Master Immobilien- und Facilitymanagement in Österreich 🎓 - 6 Studiengänge

Während sich das Immobilienmanagement in erster Linie mit der Projektentwicklung (z.B. der Grundstücksplanung, Bauvorbereitung oder mit Fragen der Flächenwidmung) beschäftigt, widmet sich das Facilitymanagement der eigentlichen Bewirtschaftung von Immobilien. Dabei stehen die Wartung, die Instandhaltung und der reibungslose Betrieb baulicher Infrastruktur und technischer Einrichtungen (etwa Heizungs- oder Klimatisierungssysteme) im Mittelpunkt. Beide Zweige sind fest in der Betriebswirtschaftslehre verankert und bedienen sich dementsprechend ihres sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Methodenrepertoires. Im Master der Fachrichtung Immobilienmanagement und Facilitymanagement werden Studierende in ökonomische sowie ökologische Grundlagen eingeführt und befassen sich z.B. berufsbegleitend oder im Fernstudium mit Inhalten, wie Immobilienmarketing, Gebäudemanagement, Real Estate Management, Projektmanagement, Bauphysik oder Immobilienrecht. Berufliche Perspektiven nach Abschluss des Studiengangs oder Master-Lehrgangs umfassen vor allem Führungsaufgaben in der Immobilienwirtschaft (z.B. als Immobilienmanager/in).

Inhaltsverzeichnis:

Eckdaten zum Studium Immobilien- und Facilitymanagement

Der Master im Bereich Immobilienmanagement und Facilitymanagement kann meist innerhalb von vier Semestern abgeschlossen werden. Selten ist auch ein Abschluss in drei Semestern möglich. Der Studiengang oder Lehrgang wird größtenteils berufsbegleitend oder als Fernstudium angeboten und hat einen Arbeitsaufwand von 90 ETCS bis zu 120 ECTS. Abschlüsse, die nach dem Studiengang oder Master-Lehrgang verliehen werden, sind Master of Science (M.Sc.), Master of Arts (M.A.) oder Master of Business Administration (MBA). Studiengänge und Master-Lehrgänge in den Bereichen Immobilienmanagement, Property- und Facilitymanagement oder Real Estate Management können an Hochschulen, wie z.B. Universitäten, Privatuniversitäten und Fachhochschulen oder an anderen Bildungseinrichtungen u.a. in Wien, Krems oder Kufstein besucht werden.


Aufbau und Inhalt des Studiums Immobilien- und Facilitymanagement

Den Schwerpunkten Immobilienmanagement und Facilitymanagement ist jeweils die Verankerung in der Betriebswirtschaftslehre gemein. Daraus ergeben sich die für den Studienbeginn typischen Einführungen in die Immobilienwirtschaft, in die Finanzmathematik und in steuerliche Grundfragen rund um Immobilien. Neben diesen Grundlagen der Wirtschaftswissenschaften erarbeiten sich die Studierenden Kompetenzen in den rechtlichen Grundlagen (z.B. Verwaltungsrecht, Wohnrecht oder Immobilienrecht) und erhalten oft auch erste Einblicke in weiterführende Bereiche, wie etwa Immobilienmarketing, Kommunikation, Personalmanagement, Property Management und Immobilienverwaltung, Immobilienbewertung oder Bauplanung. In weiterer Folge wird auf die spezifischen Aufgaben im Management eingegangen, zu denen vor allem das erfolgreiche Führen von Mitarbeiter/-innen in Unternehmen zählt. Studierende durchlaufen beispielsweise vertiefende Kommunikationstrainings, lernen mit Konflikten umzugehen und erfolgreich zu verhandeln.

Studierende beschäftigen sich im (berufsbegleitenden) Studium oder Fernstudium zudem mit der Personalwirtschaft, mit Fragen des Arbeitsrechts und Baurechts, mit Projektentwicklung, Immobiliensteuerrecht, Real Estate Management und Real Estate Finance, Bauphysik oder mit Zeitmanagement und Portfoliomanagement. Zu den vermittelten Soft Skills zählen außerdem Fremdsprachen, Projektmanagement und Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens. 

Angehende Facility Manager/-innen widmen sich v.a. typischen Aufgaben der Branche, insbesondere in den Bereichen Controlling und technisch-architektonische Gebäudeplanung. Immobilienmanager/-innen vertiefen hingegen eher Fragen der Immobilien- und Liegenschaftsbewertung, Immobilienfinanzierung und des finanziellen Risikomanagements in der Immobilienbranche. Hier rückt vor allem der Aspekt der Vermögensverwaltung („Asset Management“) in den Mittelpunkt. Studiengänge der Fachrichtung orientieren sich meist stark an der Praxis und ermöglichen es Studierenden, ihre Kompetenzen in praxisnahen Projekten oder einem Praktikum zu festigen und zu erweitern. Vertiefungen im Studium Immobilienmanagement und Facilitymanagement befassen sich z.B. mit der Automation von Gebäuden und deren energetisch-technischer Ausstattung (z.B. Heizung, Klima oder Lüftung), mit der Kreislaufwirtschaft, der Modellierung digitaler Bauprojekte oder den spezifischen Management-Aufgaben, die ein Immobilienmakler bzw. eine Immobilienmaklerin ausübt. Abschluss des Studiengangs oder Lehrgangs bildet die Masterarbeit inkl. Masterprüfung.

Studieninhalte und Beispiele für Vorlesungen

Je nach Hochschule (z.B. Universität, Privatuniversität, Fachhochschule, etc.) oder Bildungsanbieter erfolgt die Ausbildung im Studiengang oder Lehrgang in unterschiedlichsten Kernbereichen. Hier finden Sie beispielhafte Studienschwerpunkte und dazu ausgewählte Vorlesungen und Module für das Studium oder den Lehrgang Immobilienmanagement und Facilitymanagement:
 
Finanz- und Risikomanagement
  • Risikomanagementsysteme Immobilien
  • Performance Messung
  • Projekt zum Finanz- und Risikomanagement
Portfoliomanagement
  • Controlling von Immobilienportfolios
  • Immobilienresearch
  • Integriertes Immobilienmanagement-Modell
Property Management
  • Liegenschaftsbewertung
  • Mietverträge korrekt abschließen
  • Praktische Hausverwaltung
Bauplanung und Bautechnik
  • Grundlagen des Bauens
  • Bau- und Gebäudetechnik
  • Wohnhaus- und Altbausanierung

Voraussetzungen für den Master Immobilien- und Facilitymanagement

Vor- und Grundkenntnisse im Immobilienbereich sind in jedem Fall eine bedeutende Voraussetzung für den Studiengang und Lehrgang. Zulassungskriterien sind meist entweder mit einem technisch orientierten bzw. facheinschlägigen Vorstudium (Bachelor oder Diplom) erfüllt, oder mit dem Nachweis von einschlägiger Berufserfahrung (z.B. in Verbindung mit einer Berufsakademie). Das Vorstudium darf in der Regel eine Mindeststudiendauer von sechs Semestern nicht unterschreiten. Zur Zielgruppe des Masters zählen damit z.B. Personen, die bereits als Führungskraft im Immobilienbereich tätig sind sowie jene, die als Immobilienmakler/-innen oder Immobilienverwalter/-innen arbeiten und im Rahmen des Studiengangs/Lehrgangs aufbauende Fähigkeiten und Qualifikationen erwerben möchten.

Einige Hochschulen und Bildungseinrichtungen setzen auch auf die Möglichkeit, Zugang zum Studium durch eine Eignungsprüfung zu erhalten. Kandidat/-innen müssen dafür allerdings eine Studien- bzw. Hochschulzugangsberechtigung nachweisen. Zusätzlich setzt dieses Zulassungsverfahren auch eine längere Berufserfahrung voraus, die von einer abgeschlossenen Ausbildung begleitet sein muss. Darüber hinaus sollten Interessenten des Studiums ausgeprägtes Interesse am Zusammenspiel technischer und wirtschaftlicher Problemstellungen mitbringen und sich für Fragen des Managements interessieren.

Berufsfelder und Gehälter nach dem Master Immobilien- und Facilitymanagement

Der Markt der Immobilienverwaltung und -entwicklung ist sehr facettenreich – für Absolventen und Absolventinnen ergeben sich daher sehr unterschiedliche Einsatzprofile und Berufsfelder. Global lassen sich dabei drei Schwerpunktprofile unterscheiden: beratende Aufgaben, Management- und Planungsaufgaben sowie die technisch-praktischen Vorgänge. Entsprechende Unterschiede ergeben sich auch bei der Bezahlung. Die Immobilienwirtschaft bietet sowohl technischen als auch wirtschaftlichen Spezialist/-innen eine breite Palette an Stellen, aber auch Allrounder werden hier ihren Traumberuf finden. Nicht wenige der Absolvent/-innen machen sich etwa als klassische Immobilienmakler und Immobilienmaklerinnen selbständig – wie alle selbständigen Tätigkeiten eine sehr zeitintensive Option, die sich bei optimaler Entwicklung finanziell durchaus lohnen kann. Zudem darf man keine Berührungsängste mit der Bürokratie haben – ein Gewerbe will schließlich ordnungsgemäß angemeldet, ein Betrieb professionell geführt werden. Bevorzugt man ein Anstellungsverhältnis, kommen etwa eine Karriere als (angestellte/r) Bauingenieur/in oder Immobilienkaufmann/-kauffrau in Frage. Generell ist der Immobilienbereich permanent in Bewegung, gerade in Großstädten ist der Bedarf an neuem Wohnraum groß. Neben kleinen, lokal spezialisierten Unternehmen operieren auch viele große multinationale Entwicklungsagenturen auf dem Markt, die ebenfalls interessante Stellen anbieten. Da Immobilien immer auch als eine Wertanlage zu betrachten sind, übernehmen Absolvent/-innen oft auch die Rolle des Asset Managers bzw. der Asset Managerin. Berufsfelder, in denen Absolvent/-innen nach Abschluss des Studiums arbeiten können, sind z.B. die Liegenschafts- und Immobilienbewertung, das Bauträger- oder Versicherungswesen.

Gerade aufgrund der Diversität des Marktes ist eine präzise Aufschlüsselung der Gehälter sehr schwierig, doch gelten einige Faustregeln. Der Verdienst bei Selbstständigkeit hängt immer von der Auftragslage ab: Je mehr Abschlüsse Immobilienmakler und Immobilienmaklerinnen erzielen, umso mehr verdienen sie. Einstiegsgehälter von Angestellten haben sich im Bereich zwischen 2.500 € und 3.000 € eingependelt. Asset Manager/-innen und Corporate Real Estate Manager/-innen können dies mit 3.700 € auch deutlich übertreffen. Arbeitserfahrung macht sich in der Immobilienwirtschaft besonders bezahlt, vor allem, wenn man als Führungskraft tätig wird – hier können 5.000 € bis 8.000 € brutto im Monat durchaus die Regel sein. Zu beachten ist, dass das Lohnniveau sowie die Besteuerung in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlich sind.

Zu den Studiengängen

Studienorte

Die Masterstudiengänge aus der Fachrichtung „Immobilien- und Facilitymanagement“ können in folgenden österreichischen Bundesländern sowie als Fernstudium belegt werden: