Master Elektro, Energie- und Informationstechnik in Österreich 🎓 - 6 Studiengänge

Im Masterstudium Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik dreht sich alles um die Nervenbahnen und Schaltstellen der modernen Informationsgesellschaft - Daten, ihre Organisation, ihre Verarbeitung und ihre intelligente Nutzung sind das Hauptaugenmerk der Fachrichtung. Im Fokus stehen dabei die smarten Technologien, mit denen die Datenorganisation, aber auch die Bereitstellung, Distribution und schließlich Nutzung von Energie mit deutlich höherer Effizienz erfolgen soll als bisher. Elektrotechnik, Datenmanagement, Computertechnik, Energieumwandlung und intelligente sowie nachhaltige und umweltschonende Energiesysteme sind daher nur einige der vielen Inhalte, die im Masterstudium der Fachrichtung vermittelt werden.

Studierende erlangen im Studium eine umfassende ingenieurwissenschaftliche Ausbildung und können nach Abschluss des Studiums z.B. in den Gebieten Wissenschaft und Wirtschaft sowie in der Umwelttechnik, Verfahrenstechnik, Energietechnik, Elektrotechnik, Informationstechnik oder Automatisierungstechnik ihre Karriere starten.

Inhaltsverzeichnis:

Eckdaten zum Studium Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik: Studiendauer, ECTS-Punkte und Abschlüsse

Das Masterstudium der Fachrichtung Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik hat eine Regelstudienzeit von drei Semestern bis fünf Semestern und einen Arbeitsaufwand von 90 ECTS bis 120 ECTS. Studienmodelle, die angeboten werden, sind Vollzeit oder berufsbegleitend. Häufig kann auch ein Fernstudium besucht werden. Akademische Abschlüsse, die nach Absolvierung des Master-Studiengangs verliehen werden, sind Master of Science (M.Sc.), Master of Engineering (M.Eng.), Master of Business Administration (MBA) oder Diplom-Ingenieur/in (Dipl.-Ing./ DI), vereinzelt auch Master of Arts (M.A.) – z.B. nach einem Master im Bereich Energiemanagement. Der Abschluss Diplom-Ingenieur/in wurde seit dem Bologna-Prozess und der damit verbundenen Einführung einheitlicher Studienabschlüsse (z.B. Master of Science) zwar weitestgehend abgelöst, wird im Gebiet Technik und Ingenieurwissenschaften an Hochschulen in Österreich aber weiterhin häufig vergeben. Master-Studiengänge der Fachrichtung werden in Österreich z.B. in Krems oder Wien an zahlreichen Hochschulen wie Universitäten, Fachhochschulen (FH) oder Fernhochschulen angeboten.


Studienangebot der Fachrichtung Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik

Studieninteressierten steht in der Fachrichtung Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik eine kleine, aber feine Auswahl an Master-Studiengängen zur Auswahl. Sie können sich einerseits für Studiengänge entscheiden, die sich mit dem Energiemanagement und Nachhaltigkeitsmanagement oder der Energie- und Ressourceneffizienz beschäftigen oder jene Studiengänge wählen, die ihren Fokus auf die (innovative oder industrielle) Energietechnik, Elektrotechnik, Umwelt- und Verfahrenstechnik oder Automatisierungstechnik richten. Weitere Master-Studiengänge befassen sich mit intelligenten eingebetteten Systemen (engl. Embedded Systems), mit dem Software Engineering bzw. der Softwaretechnik oder – aufgrund des stetig steigenden Energiebedarfs - mit nachhaltigen und umweltschonenden Energiesystemen.

Aufbau und Inhalt des Studiums Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik

Die Energietechnik und Elektrotechnik zählen zu den Ingenieurwissenschaften. Während sich die Energietechnik in erster Linie mit Energie sowie der Energiegewinnung, Energiespeicherung und Energienutzung beschäftigt und hierbei u.a. die Aspekte Nachhaltigkeit, Umweltschonung und Ökonomie in den Vordergrund rückt, sind elektronische Geräte sowie elektrische Energie die Themenschwerpunkte der Elektrotechnik. Die Informationstechnik (IT) wiederum widmet sich der Datenverarbeitung und betrachtet dabei v.a. die Technologien, die zur Informationsspeicherung, -Verarbeitung und –Nutzung eingesetzt werden – also z.B. Computer oder Betriebssysteme (Hard- und Software). Da die Grenzen zwischen diesen Disziplinen verschwimmen, werden diese Bereiche im Masterstudium häufig miteinander vermischt und mit Inhalten der Verfahrenstechnik, Automatisierungstechnik, Umwelttechnik oder Chemietechnik bzw. des Chemieingenieurwesens ergänzt und angereichert. Eng mit der Elektrotechnik verknüpft ist beispielsweise die Automatisierungstechnik, die nach der Automatisierung – also der vom menschlichen Eingreifen unabhängigen Funktion – von Maschinen und technischen Anlagen strebt.

Studierende erlernen im Master Elektrotechnik die theoretischen Grundlagen der Elektrotechnik und Informationstechnik, bauen sich ein technisches und naturwissenschaftliches Grundgerüst auf und werden mit der Anwendung der Elektrotechnik vertraut (z.B. in der Energieversorgung). Möglichkeiten zur Spezialisierung gibt es beispielsweise in den Bereichen Energietechnik, Mikroelektronik, Automatisierungstechnik, Mechatronik oder Kommunikations- und Informationstechnik. Sensorik, die Technik von Sensoren und Aktoren sowie die Signalverarbeitung sind weitere Schwerpunkte im Studium. Eines der großen Themen der Sensorik ist die Mustererkennung. Die Mathematik – als Grundlagenkompetenz – rückt während des gesamten Studiums immer wieder in den Vordergrund. Studieninhalte, die den Studierenden im Studienverlauf bzw. im Rahmen einer Vertiefung des Studiums im Gebiet Elektrotechnik begegnen können, sind des Weiteren 
  • Computertechnik
  • Energiespeichersysteme
  • Energiewirtschaft
  • Erneuerbare Energien
  • Elektrische Energiesysteme
 oder „Embedded Systems“, also Computersysteme, die in Anlagen, Maschinen und unterschiedlichen Geräten eingebettet sind. Im großen Themenbereich der Embedded Systems entwerfen die Studierenden mikroelektronische und mikromechanische Bauelemente, lernen, softwarebasierte Komponenten zu entwickeln und einzusetzen und machen sich mit dem Sicherheitsmanagement solcher Systeme vertraut. Auch die Energieeffizienz ist dabei ein wichtiges Qualitätskriterium. Eingebettete Systeme werden jedoch nicht nur im Master Elektrotechnik, sondern auch in eigenständigen Studiengängen, z.B. in den Bereichen Embedded Systems, Software Engineering für Embedded Systems oder Intelligente Eingebettete Mikrosysteme, intensiv beleuchtet. Meist werden auch Kenntnisse und Kompetenzen in den Programmiertechniken gelehrt. 

Der Fachschwerpunkt Energie sucht nach Möglichkeiten, intelligente Energiesysteme weiterzuentwickeln, sie stabiler zu machen und für noch mehr Sicherheit und Verlässlichkeit solcher Systeme zu sorgen. Master-Studiengänge mit Fokus auf Energie (z.B. in den Bereichen Energiemanagement, Energie- und Ressourceneffizienz oder Nachhaltige Energiesysteme) sowie Energietechnik vermitteln wesentliche Grundlagen in Bereichen wie
  • Thermodynamik und Wärmeübertragung
  • Elektrotechnik und Elektrische Energietechnik
  • Messtechnik
  • Regelungstechnik
  • Energieerzeugung
  • Energieversorgung
  • Energieumwandlung
  • Speicherung, Transport und Verteilung von Energie
Aufgrund des wachsenden Energiebedarfs der Gesellschaft und der Industrie werden auch Kenntnisse und Kompetenzen in der regenerativen und nachhaltigen Energieerzeugung im Kontrast zur herkömmlichen Energiegewinnung vermittelt. Studierende beschäftigen sich zu diesem Zweck mit der Energieerzeugung mittels Kernkraftwerken, Wasserkraftwerken, Photovoltaik-Anlagen, Windenergie, Offshore-Technik oder Geothermie. Studierende der Energietechnik kommen – beispielsweise im Rahmen von Spezialisierungen und Vertiefungen – auch in Kontakt mit den Disziplinen Umwelttechnik, Anlagenbau, Automatisierungstechnik, Chemieingenieurwesen und Verfahrenstechnik und lernen u.a. die Abfalltechnik, Anlagenplanung, Energieökonomie, die technische Chemie, Klimatechnik oder unterschiedliche Energiemodelle und Energiesysteme kennen. Besonders Studiengänge im Bereich Energiemanagement und Energieeffizienz thematisieren Inhalte wie Energie- und Umweltrecht, Klimawandel, Energiewirtschaft, Energiecontrolling, Energiepolitik, Finanzierung, Energienutzung, Innovative Energiekonzepte und -Systeme, Projektmanagement, Ressourcenmanagement, Nachhaltigkeitsmanagement oder Qualitätsmanagement und setzen Studierende darüber in Kenntnis, wie das Energiemanagement in einem Unternehmen oder in Gebäuden erfolgreich betrieben werden kann.

Studieninhalte und Beispiele für Lehrveranstaltungen im Master Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik

Je nach Bildungsanbieter/ Hochschule (Universität, Fachhochschule, etc.) erfolgt die Ausbildung in unterschiedlichsten Kernbereichen. Hier finden Sie beispielhafte Studienschwerpunkte und dazu ausgewählte Lehrveranstaltungen für das Masterstudium Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik:

Embedded Systems Engineering
  • Cyber-Physikalische Systeme
  • Modellbildung und Systemidentifikation
  • 3D Bildanalyse
Elektrotechnik
  • Reflexionsfaktor / Impedanz / Anpassung
  • Verhalten elektrischer Antriebe / Antriebssysteme
  • Lineare und nichtlinerae Ausgleichsrechnung
Energie- und Ressourceneffizienz
  • Messung von Energie- und Materialflüssen
  • IT-gestütztes Energiecontrolling
  • Energie- und Umweltmanagementsysteme
Informationstechnik
  • Mobile Kommunikation
  • Optische Übertragungssysteme
  • Signaltheorie

Voraussetzungen für das Masterstudium Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik

Eine der wichtigsten Zugangsvoraussetzungen für das Masterstudium Elektro-, Energie- und Informationstechnik ist der berufsqualifizierende Abschluss eines Hochschulstudiums (z.B. Bachelor) mit mindestens 180 ECTS. Werden die geforderten ECTS-Punkte unterschritten, so sind zusätzliche Fächer zu belegen. Häufig wird zusätzlich auch der Nachweis eines bestimmten Ausmaßes an facheinschlägiger Praxiserfahrung verlangt. Insbesondere die Elektrotechnik und die Informationstechnik zählen ein fachverwandtes Erststudium, auf dem im Master aufgebaut werden kann, zu den wesentlichen Zugangsvoraussetzungen. Dazu gehören beispielsweise die Biomedizinische Technik, die Elektrotechnik, Technische Informatik oder Physik, Mechatronik, Mathematik, Informationstechnik oder auch die Medientechnik.

Wurde kein Erststudium absolviert und liegt demnach kein erster Hochschulabschluss vor, so ist es unter Umständen möglich, mit Universitätsreife und mehrjähriger Berufstätigkeit zum Master zugelassen zu werden. Eine weitere wichtige Voraussetzung für den Master ist darüber hinaus Englisch: Viele Studieninhalte werden bereits ausschließlich auf Englisch gelehrt. Einige Anbieter organisieren ihre Studiengänge berufsbegleitend und ermöglichen so Berufserfahrenen, zusätzliche akademische Bildung in ihrem Fach zu erwerben.
 

Berufsaussichten und Gehälter nach dem Masterstudium Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik

Überall dort, wo es um AutomatisierungDigitalisierung oder auch intelligente Systeme geht, finden Absolventen und Absolventinnen der Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik Stellen. Die Bandbreite ist groß: Arbeitsmöglichkeiten gibt es in Kleinunternehmen, KMUs und international agierenden Großunternehmen. Absolvent/-innen arbeiten etwa als Elektroingenieure und Elektroingenieurinnen bzw. als Elektrotechniker und Elektrotechnikerinnen oder als Energietechnik-Ingenieure und Ingenieurinnen in den Branchen Elektro- und Elektronikindustrie, in der Mobilfunk- und Telekommunikationsbranche, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie, der Verkehrstechnik, der Medizintechnik und in der Energiewirtschaft – wo auch Absolventen und Absolventinnen des Schwerpunkts Energietechnik häufig eine Stelle finden. Sie übernehmen in der Energiebranche häufig die Aufgaben eines Energiemanagers bzw. einer Energiemanagerin, der/die dafür Sorge trägt, dass die Transformationsprozesse der Energiewende auf allen Ebenen Schritt für Schritt Wirklichkeit werden. Energiemanager und Energiemanagerinnen arbeiten häufig als Berater/-innen oder Change Manager/-innen, in der Entwicklung von Produkten und im Produktmanagement, im Qualitätsmanagement, im Innovationsmanagement, in der Beratung bezüglich Energie, Umweltschonung und Nachhaltigkeit aber auch bei Energieversorgungsunternehmen, Forschungseinrichtungen oder Behörden. Sie werden überall dort aktiv, wo es gilt, Entscheidungen über die Energieproduktion und Distribution zu treffen – meist arbeiten sie auch an Konzepten, bestehende Energiesysteme noch effizienter zu gestalten. Ihre Karriere können Absolventen und Absolventinnen – je nach Studiengang und dort gewählter Vertiefung – auch im Anlagenbau (z.B. Anlagenplanung), im Chemieingenieurwesen (beispielsweise in der Pharmazeutischen Industrie) oder in der Umwelttechnik starten.

Die Gehälter für Absolventen und Absolventinnen variieren je nach gewähltem Schwerpunkt, der Branche und der Position im Unternehmen stark. Im Schnitt kann man von Einstiegsgehältern um die 36.600 € jährlich brutto ausgehen. Spitzengehälter können mitunter 96.000 € brutto jährlich erreichen. Zu beachten ist, dass das Lohnniveau sowie die Besteuerung in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlich sind.

Zu den Studiengängen

Studienorte

Die Masterstudiengänge aus der Fachrichtung „Elektro, Energie- und Informationstechnik“ können in folgenden österreichischen Bundesländern sowie als Fernstudium belegt werden: